Abseits der Massenurlaubsziele
Erstellt von: findur
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Die weitere Entwicklung „sekundärer“ Urlaubsinsel wie La Palma oder El Hierro muss weiterhin mit einem großen Fragezeichen versehen werden. Beide gelten als Urlaubsorte für Individualtouristen, die dem Chartertourismus anderer Inseln wie etwa Teneriffa oder Gran Canaria bewusst ausweichen und abseits der üblichen Reiserouten die beiden besagten Inseln als Geheimtipp für sich entdeckt haben. Die Befürchtung vieler ist, dass ein Zuwachs an „Hotel-Touristen“, die keine gehobenes kulturelles oder naturlandschaftliches Interesse mitbringen, sondern eher auf der Suche nach Freizeitaktivitäten sind, langfristig der Reputation der Inseln als empfehlenswerte Natur- und Wanderurlaubsziele schaden könnte. Die Abgrenzung der Touristengruppen mag ein Klischee sein. Fakt ist jedoch, dass beide Inseln nur sehr begrenzte Kapazitäten haben und ein großer Zuwachs an jährlichen Gästen würde unweigerlich große Probleme mit sich bringen. Sollten in den nächsten Jahren deutlich mehr Menschen auf La Palma Urlaub machen, wird das Trinkwasser knapp werden. Zudem ist Tourismus nicht die Haupteinnahmequelle der Insel die vorwiegend von landwirtschaftlichen Erzeugnissen lebt. Auch für die kleinste Kanareninsel galt bisher: Wer auf El Hierro Urlaub bucht, ist kein typischer Strandurlauber – schließlich hat El Hierro kaum Badestrände. Wer hier seinen Urlaub verbringt, tut das, um zu wandern, Tiere zu beobachten oder weil er den kulturellen Reizen dieser Insel erlegen ist. Beide Inseln stünden vor einem wahren Dilemma, wenn sie sich entschieden, verstärkt Touristen zu locken und aufzunehmen. Die beiden Inseln sind ein Beispiel dafür, dass auch der Tourismus an vielen Orten nicht grenzenlos wachsen kann. Manche Ziele eignen sich nur für eine überschaubare Anzahl speziell interessierter Menschen. Das ist ein Umstand, dem Rechnung getragen werden muss. Es bleibt zu hoffen, dass sich sowohl auf La Palma als auch auf El Hierro eine vernünftige, ausgewogene Entwicklung abzeichnet.
Autor
Andreas Mettler - presse@mettlerweb.de
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